ELECTROCITY PROJEKT

Munich 01/02

2001
ELECTROCITY - eine "VIRTUELLE ECHTZEITPLASTIK"
2002


 

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Electrocity v.1.0
Electrocity v.2.0
Echtzeitplastik
Gallerie
Feature Article

 

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Am Freitag den 2. November 2001 veranstaltet Polymatrix, in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat München und Radio M 94,5, gleichzeitig im Club Ultraschall (Mainfloor) und der L-O-K (Feierwerkgelände), eine synchronisierte Partynacht, und das sieht dann so aus:
Im Studio des Radiosenders legt ein DJ Team ab 23:00h ein Techno-Set auf, welches über M 94,5 live ausgestrahlt wird.
ebenfalls um 23:00 beginnen gleichzeitig im Club Ultraschall und in der LOK die Polymatrix Partys - zunächst jedoch ohne sichtbaren DJ, denn in beiden Clubs wird über einen lokalen Empfänger die laufende Life-Sendung von M 94,5 auf das Mischpult gelegt und diese ist dann parallel in beiden Clubs gleichzeitig zu hören ( d.h. die Besucher der beiden, räumlich durch die halbe Stadt getrennten Clubs, erleben gleichzeitig die selben Techno-Beats, welche den lebendigen Herzschlag (Puls) der Besucher über die räumliche Trennung hinweg synchronisieren.
nach etwa einer halben Stunde übernimmt in jedem Club einer der anwesenden DJs den synchronen Puls des Radio-Sets vom Club-Mischpult, indem er den gerade laufenden Track, wie üblich, in die nächste Platte überführt ... ab diesem Zeitpunkt entwickelt sich in allen beteiligten Lokations ( Radio, Ultraschall und Lok ) aus dem, bis dahin gemeinsamen Erlebnisraum, der jeweils individuelle Erlebnisraum, welcher sich zwischen Publikum und DJ im Club erstellt.
Dies ist das Prinzip der Polymatrix: aus einem gemeinsam Erfahrungsgrund entsteht eine Vielfalt individueller Entfaltungsformen (poly = viel / Matrix = Gebärmutter )
Das ist aber noch nicht Alles, was an diesem Abend stattfinden kann, denn die gleiche Möglichkeit den orts-unabhängigen synchronen Puls in eine individuelle Party oder ein individuelles DJ Set überzuführen, wie die DJs in den beteiligten Lokations, kann auch jede Hörerin und jeder Hörer im Empfangsbereich des Senders M 94,5 zu Hause dazu nutzen, eine eigene Party zu feiern oder ein eigens DJ Set zu entwickeln.
Sie/Er ist damit trotz räumlicher Entfernung über die gemeinsame Matrix des Ausgangspulses mit allen Teilnehmern dieses Abends, sowohl in den Clubs, als auch im gesamten Empfangsbereich von M94,5, in synchronem Puls verbunden und kann doch auch ein individuelles Set entfalten.
Dieser, durch elektronischen Puls und den lebendigen Herzschlag seiner Bewohner agitierte Zustand des öffentlichen Raumes (z. B. einer Stadt), hat einen Namen : ELECTROCITY

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Am Freitag den 22. Februar 2002 veranstaltet Polymatrix ( Ultraschall/LOK), in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat München und Radio M 94,5, die zweite "ELECTROCITY" Nacht - diesmal liegt der Schwerpunkt im Bereich der künsterischen Innovation, d.h. bei den "kommunizierenden DJs" -
Auch diesmal werden im Ultraschall, in der LOK und im Sender M94,5 von jeweils 3 DJ Teams gleichzeitig die Turntables bedient. Alle Sets werden zurück ins Studio von M94,5 übertragen, wo sie von einem Radio DJ in Echtzeit abgemixt und dann via Sender in den Äther ausgestrahlt werden. Dieser ausgestrahlte Metamix der einzelnen DJ Mixes wird wiederum auf die Mischpulte im Ultraschall, der LOK und dem Live DJs im Sender zurückgeführt und liegt dort auf einem Kanal frei abrufbar zur Verwendung innerhalb des jeweiligen Club Sets.



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Phase 3 -- Elektrocity eine virtuelle Echtzeitplastik

DOKUMENTATION: Alle beteiligten DJs (im Radio/Club/zu Hause...) schneiden das eigene Set mit, beginnend mit dem Puls der gemeinsamen Matrix ( = Live-Set im Radio ) - Kopien der Mitschnitte werden gesammelt und bilden von nun an den virtuellen Koerper einer Echtzeitplastik.
INSTALLATION: Eine Gruppe von mindestens 10 stummen Taenzern, ein jeder mit Kopfhoerer + Walkman, in welchen je ein Tape mit einem der Mitschnitte geladen ist, ausgeruestet, tanzt in einem leeren Raum - sie haben alle gleichzeitig ihre Walkmans in gang gesetzt und ausgehend vom anfaenglich identischen Puls performed jeder Taenzer die seinem Mitschnitt eigene Entwicklung von gemeinsamer Matrix zur individuellen Gestalt des geladenen DJ-Sets (Generic Context).
DIE PLASTIK: Der urspruenglich ueber den gesamten staedtischen Raum ** verteilte Makrokontext der Polymatrix * wird hier erneut in raeumlicher Verdichtung aktualisiert und in Form einer Gruppenplastik dem Zuschauer in Echtzeit zur Anschauung gebracht - dieses Verfahren konserviert ein museales Artefakt zu beliebiger Aktualisierung in stets lebendiger neuer unbekannter Frische - die virtuelle Echtzeitplastik.

* im Gegensatz zum Mikrokontext der jeweils beteiligten Lokations an denen die DJs ihr Set gestaltet hatte

** hier das Sendegebiet vom Sender 94,5 im Raum Muenchen und Umgebung

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hier gibts Bilder von der Uraufführung der Echtzeitplastik am 23 Januar 2002, performed von "THE DANCERS AT THE END OF TIME"

 

"But I don't want to go among mad people," Alice remarked.
"Oh, you can't help that," said the Cheshire Cat: "we're all mad here. I'm mad. You're mad."
"How do you know I'm mad?" said Alice.
"You must be," said the Cat, "or you wouldn't have come here."
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